Konzept

Die Grundlagen der Triggerpunkt-Medizin

Schul­medi­zinisch wer­den ver­schiedene Ursachen für die Entste­hung von Schmerzen disku­tiert, so zum Beispiel: degen­er­a­tiv­er Gelenkver­schleiß (Arthrose), Block­ierung von Gelenken, Band­scheiben­vor­fälle mit Kom­pres­sion von Ner­ven­wurzeln, Ner­ven- und Gelenkentzün­dun­gen, psy­chis­che und psy­cho­so­ma­tis­che Störun­gen.

Bere­its 1938 ent­deck­te Dr. Kell­gren in Lon­don, dass ein gereizter und verspan­nter Muskel Schmerzen her­vor­ruft, die meist nicht im Muskel selb­st, son­dern weit­er ent­fer­nt emp­fun­den wer­den.

Einige Jahre später fand Dr. Janet Trav­ell in den USA durch ihre Unter­suchun­gen her­aus, dass muskuläre Trig­ger­punk­te die Ursache für solche Schmerzen sind und dass dieses Phänomen über­aus häu­fig ist.

Was genau sind Triggerpunkte?

Es han­delt sich um kleine Entzün­dung­sh­erde, die durch akute oder chro­nis­che Über­las­tung in jedem Muskel enste­hen kön­nen. Die Fol­gen sind Verspan­nun­gen einzel­ner Muskelfasern und Entzün­dun­gen von Ner­ve­nendi­gun­gen tief im Muskel.

Durch eine Umschal­tung im Rück­en­mark wird der Schmerz vom Patien­ten in der Regel nicht im betrof­fe­nen Muskel selb­st, son­dern mehr oder weniger weit ent­fer­nt emp­fun­den (siehe Muskel­ga­lerie). Dieses Phänomen heißt in der Wis­senschaft „muskulär­er Über­tra­gungss­chmerz“ — es ist qua­si der Schlüs­sel zum Ver­ständ­nis in der Trig­ger­punkt-Medi­zin. 

 

 

So sind zum Beispiel oft Trig­ger­punk­te im Schul­terblattmuskel für Schmerzen in Ellen­bo­gen, Handge­lenk und Hand ver­ant­wortlich. Schmerzen unter dem Fuß, in der Ferse und im Knie kön­nen durch Trig­ger­punk­te im Waden­muskel her­vorgerufen wer­den. Bei Kopf­schmerzen und Migräne find­en sich in vie­len Fällen ursäch­liche Trig­ger­punk­te in den seitlichen Halsmuskeln sowie in den Muskeln der Nack­en-Schul­ter-Region.

Diag­nose und Ther­a­pie wer­den dann oft fehlgeleit­et, wenn am Ort des Schmerzes und nicht am Ort der Ursache, dem Trig­ger­punkt, behan­delt wird.

Die Schmerzstärke durch Muskel-Trig­ger­punk­te ist oft sehr hoch. Schmerzstufe 10 auf der Skala von 0 bis 10 wird von Trig­ger­punk­ten in ein­er Phase akuter Aktiv­ität leicht erre­icht. Der Schmerz wird häu­fig als schw­er erträglich emp­fun­den. Die Nei­gung zu chro­nis­chen Ver­läufen ist erhe­blich.

 

Zitate aus der internationalen Literatur

Die Sit­u­a­tion ist umso unver­ständlich­er, als Muskelschmerzen zu den häu­fig­sten Beschw­er­den in der Bevölkerung gehören. Viele Patien­ten mit rel­a­tiv ein­fach zu behan­del­nden Trig­ger­punk­ten irren von Arzt zu Arzt, weil sie nie­man­den find­en, der ihnen Lin­derung der Beschw­er­den ver­schafft. Darüber hin­aus stellt das man­gel­nde Wis­sen bzw. die man­gel­nde Akzep­tanz von Trig­ger­punk­ten für die Patien­ten eine zusät­zliche psy­chis­che Belas­tung dar, weil sie die Skep­sis der Ther­a­peuten spüren.“

Siegfried Mense,

Prof. für Anatomie und Zell­bi­olo­gie, Uni­ver­sität Hei­del­berg, aus dem Geleit­wort zu Gautschi, Roland: „Manuelle Trig­ger­punkt-Ther­a­pie“, Thieme Ver­lag, Stuttgart, 2010

Sowohl Patien­ten als auch Ther­a­peuten, die ver­suchen, hier Lin­derung zu ver­schaf­fen, wer­den von muskulären (myofaszialen) Schmerzsyn­dromen gle­icher­maßen geplagt. Die Kri­te­rien für Diag­nose und Ther­a­pie sind noch nicht ein­hel­lig akzep­tiert. Die größten Erfolge wur­den durch die hinge­bungsvollen Bemühun­gen ein­er kleinen Schar von Ther­a­peuten erzielt, die den myofaszialen Schmerz zu ihrer Leben­sauf­gabe gemacht haben.“

John D. Loeser, MD,

Pro­fes­sor für Neu­rochirurgie und An-ästhe­si­olo­gie, Direk­tor am Uni­ver­si­ty of Wash­ing­ton Mul­ti­dis­ci­pli­nary Pain Cen­ter, Seat­tle — aus dem Vor­wort zu „Die Behand­lung chro­nis­ch­er Schmerzen nach Gunn“ von C.C. Gunn, Seat­tle, 1996 / Über­set­zung: Medi­zinisch Lit­er­arische Ver­lags­ge­sellschaft Uelzen, 1999.

Der Muskel ist ein ver­waistes Organ. Da sich keine medi­zinis­che Speziald­iszi­plin für ihn zuständig fühlt, sieht es kein Bere­ich der Medi­zin als seine Auf­gabe, sich mit den muskulären Ursachen von Schmerzen zu befassen, und Medi­zin­stu­den­ten und Phys­io­ther­a­peuten erhal­ten keine gründliche Aus­bil­dung in der Diag­nose und Behand­lung von Muskel­trig­ger­punk­ten. Erfahrene Kliniker hal­ten Muskel­trig­ger­punk­te für die häu­fig­ste Ursache der so ver­bre­it­eten rät­sel­haften musku­loskelet­tal­en Schmerzen; es kann jedoch sehr schwierig und frus­tri­erend sein, einen wirk­lich kom­pe­ten­ten Prak­tik­er zu find­en, der solche Prob­leme erfol­gre­ich zu behan­deln ver­mag.“

Prof. David G. Simons, Pionier der Triggerpunkt-Medizin,

aus dem Vor­wort zu Davies, Clair & Amber: „Arbeits­buch Trig­ger­punkt-Ther­a­pie“ 2004 / Über­set­zung Jun­fer­mann Ver­lag, Pader­born, 2008

Fragen zur Behandlungsmethode

Fragen zur Behandlungsmethode

Was bedeutet TriAS?

Die Abkürzung ste­ht für „Trig­ger­punkt-Akupunk­tur zur Schmerzbe­hand­lung“.

Die Behand­lung mit Trig­ger­punkt-Akupunk­tur ist seit Jahrzehn­ten bekan­nt und basiert auf natur­wis­senschaftlichen Grund­la­gen. Die TriAS-Trig­ger­punkt-Akupunk­tur kom­biniert bewährte Tech­niken mit ein­er neuen Behand­lungsstrategie. Die Trig­ger­punkt-Auflö­sung zur Schmerzbe­hand­lung ist dadurch sehr effek­tiv und beson­ders scho­nend für Patien­ten.

Wie viele Behandlungen sind notwendig?

Die Anzahl der Akupunk­turen ist abhängig von der indi­vidu­ellen Vorgeschichte (Anam­nese) des Patien­ten und von der indi­vidu­ellen Bere­itschaft der Muskeln, auf die Ther­a­pie anzus­prechen. Prinzip­iell sind umso mehr Behand­lun­gen erforder­lich, je länger die Schmerzen bere­its bestanden.

In manchen Fällen lassen sich Schmerzen durch einige wenige Behand­lun­gen auch noch nach jahre- oder jahrzehn­te­langer Erkrankungs­dauer voll­ständig und nach­haltig beseit­i­gen. In vie­len Fällen ist bei chro­nis­chen Erkrankun­gen aber eine länger­fristige beglei­t­ende Ther­a­pie erforder­lich.

Bei akuten Schmerzen reichen oft 4 — 6 Ter­mine zur Deak­tivierung ursäch­lich­er Trig­ger­punk­te. Bei chro­nis­chen Ver­läufen ist in der Regel eine (Start-)Serie von 10 – 12 Behand­lung­ster­mi­nen erforder­lich.

Die indi­vidu­elle Pla­nung erfol­gt in einem Anam­nese-Gespräch.

Wie schnell kann eine Besserung erwartet werden?

Die Antwort auf diese Frage ist abhängig von Art und Dauer der Erkrankung. Auch spielt es eine Rolle, welche Muskeln betrof­fen sind. Es gibt Muskeln, die rel­a­tiv schnell auf eine Behand­lung mit TriAS-Trig­ger­punkt-Akupunk­tur ansprechen. Bei anderen Muskeln sind häu­figere Wieder­hol­un­gen erforder­lich.

Manch­mal ver­schwinden die Schmerzen schon nach weni­gen Trig­ger­punkt-Akupunk­turen, manch­mal erst gegen Ende der Behand­lungsserie, in Einzelfällen auch erst Wochen nach der let­zten Trig­ger­punkt-Behand­lung (Spätwirkung).

Wie hoch ist die Effektivität der Behandlung?

Eine Analyse von 736 behan­del­ten Patien­ten (2003 bis 2005) ergab eine gute bis sehr gute Besserung in ca. 80% der Fälle (Quelle: Dr. Kohls, Wiehl). Dieses Ergeb­nis ließ sich durch die Erhe­bun­gen von Behand­lungs­dat­en aus vier zufäl­lig aus­gewählten Quar­tal­en in den Fol­ge­jahren bestäti­gen.

Die Mehrzahl der Teil­nehmer des Kurs­es „Trig­ger 5 für Fort­geschrit­tene 2018 in Düs­sel­dorf“ berichtete von ähn­lich guten Ergeb­nis­sen in ihren Prax­en.

Wie hoch sind die Kosten der Behandlung?

TriAS-Trig­ger­punkt-Akupunk­turen gehören zu den pri­vatärztlichen Leis­tun­gen. Die Behand­lungskosten ori­en­tieren sich an der amtlichen Gebührenord­nung für Ärzte (GOÄ). Die Höhe richtet sich nach Aufwand und Zeit­dauer sowie nach der Anzahl der Schmerzre­gio­nen und zu behan­del­nden Muskeln.

In der Regel wer­den pro Behand­lung­ster­min 26,81 € bis 46,92 € in Rech­nung gestellt — in Einzelfällen bei sehr kom­plex­en Prob­le­men auch 57,12 €. Die Kosten für das Anam­ne­sege­spräch mit Ther­a­piepla­nung zu Beginn ein­er Akupunk­turs­erie betra­gen 21,44 €.

Ein Erstat­tungsanspruch gegenüber der geset­zlichen Kranken­ver­sicherung beste­ht nicht.

Von den Pri­vatkassen wird die Ther­a­pie als Schmerz-Akupunk­tur nach den Sätzen der GOÄ in der Regel ganz oder teil­weise über­nom­men (Angabe ohne Gewähr). Bitte fra­gen Sie Ihre pri­vate Krankenkasse.

Kom­men weniger Behand­lun­gen zur Anwen­dung als geplant, so wer­den selb­stver­ständlich nur die durchge­führten Behand­lun­gen in Rech­nung gestellt.

Wie lange muss ich auf einen Behandlungstermin warten?

Bei chro­nis­chen Schmerzen ist die Wartezeit auf einen Ter­min sel­ten länger als ein bis zwei Wochen.

In drin­gen­den Fällen — z.B. bei akuten Schmerzen — bekom­men Sie in der Regel einen ersten Behand­lung­ster­min am sel­ben oder spätestens am näch­sten Arbeit­stag.

Dozent Dr. med. Wolfgang Kohls

www.akupunktur.info/akupunktur-plus 

In der schul­medi­zinis­chen Aus­bil­dung sind Trig­ger­punk­te (noch) ein Randthe­ma. Seit 2006 hat die Forschungs­gruppe Akupunk­tur Düs­sel­dorf ein Kurssys­tem „TriAS-Trig­ger­punkt-Akupunk­tur“ im Pro­gramm. Eine Kursstaffel „Trig­ger 1 — 5“ wird jährlich in Düs­sel­dorf und Graf­ing bei München ange­boten.

Über Dr. Kohls

Dr. med. Wolfgang Kohls

Prax­is mit Tätigkeitss­chw­er­punkt
TriAS-Trig­ger­punkt-Akupunk­tur
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Tele­fon 022 62 / 25 88
Tele­fax 022 62 / 52 63

E-Mail info@trias-kohls.de

Buchautor Dr. Kohls

Rat­ge­ber, 1. Auflage, 2011 ver­grif­f­en

Fall­samm­lung, 1. Auflage, 2016 ver­füg­bar, ISBN: 978–3-9814388–1-9

Fall­samm­lung, 2. Auflage in Arbeit

Atlas für Ther­a­peuten, 1. Auflage in Arbeit

 

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Wichtiger Hin­weis: Die TriAS-Trig­ger­punkt-Akupunk­tur ist eine neuar­tige Behand­lung, die auf der Basis medi­zinisch anerkan­nter Meth­o­d­en entwick­elt wurde. Eben­so wie andere medi­zinis­che Ther­a­piev­er­fahren wurde auch die TriAS-Trig­ger­punkt-Akupunk­tur noch nicht nach den Regeln der Hochschul­medi­zin wis­senschaftlich unter­sucht. Ins­beson­dere gibt es bish­er keine kon­trol­lierten (ran­domisierten) Stu­di­en sowie über­greifende Auswer­tun­gen der Lit­er­atur (Meta­analy­sen). Ein Erfolg der TriAS-Trig­ger­punkt-Akupunk­tur kann nicht in jedem Behand­lungs­fall gewährleis­tet wer­den. Jedoch existieren neben ein­er umfan­gre­ichen Lit­er­atur (www.dgtrias.de/Literatur) zahlre­iche beein­druck­ende Patien­ten­berichte und Fal­lvorstel­lun­gen zu Erkrankun­gen, die mit der TriAS-Trig­ger­punkt-Akupunk­tur erfol­gre­ich behan­delt wur­den (www.dgtrias.de/Fälle). Bilder, Texte und Fälle dienen der all­ge­meinen Infor­ma­tion über die TriAS-Trig­ger­punkt-Akupunk­tur. Sie erset­zen im Einzelfall wed­er eine per­sön­liche trig­ger­punkt-medi­zinis­che Beratung noch eine notwendi­ge schul­medi­zinis­che Diag­nos­tik und Ther­a­pie. Bitte fra­gen Sie Ihren Arzt oder Ther­a­peuten!